Wohin fliesst verschmutztes Abwasser?
Das verschmutzte Abwasser einer Liegenschaft fliesst über die private Liegenschaftsentwässerung in die öffentliche Kanalisation. In der Regel hat jede Liegenschaft ihre eigene Leitung zur öffentlichen Kanalisation, die sich meist in der Strasse befindet. In der Kanalisation fliesst das Abwasser weiter zur Abwasserreinigungsanlage (ARA). In der Regel fliesst das Abwasser in freiem Gefälle ab. Aus tiefliegenden Gebieten muss das Abwasser gepumpt werden.
Im Mischsystem fliesst das Regenwasser von Dächern, Plätzen, Wegen und Strassen zusammen mit dem verschmutzten Abwasser aus dem Haushalt in einer gemeinsamen Leitung zur Abwasserreinigungsanlage.
Beim modifizierten Mischsystem handelt es sich um Anschlüsse im Mischsystem, bei denen jedoch das nicht verschmutzte Regenwasser (z.B. vom Dach) auf dem Grundstück versickert oder in ein Gewässer abgeleitet wird, während das restliche, verschmutzte Regenwasser (z.B. von Plätzen und Wegen) über die öffentliche Kanalisation zur Abwasserreinigungsanlage fliesst.
Welche Sonderbauwerke sind nötig?
Das Kanalnetz sammelt und führt das Abwasser der ARA zu. Die Leitungen müssen hydraulischen, statischen und chemischen Belastungen standhalten, dicht und unterhaltsgerecht sein. Im Mischverfahren trennen Entlastungsbauwerke bei starken Niederschlägen die Anfallspitzen ab, um das Kanalnetz und die ARA zu entlasten. Regenklärbecken halten verschmutztes Mischwasser bei Regen zurück, bis es nach dem Abklingen der ARA zufiiessen kann. Bei Starkregen leiten sie mechanisch vorgereinigtes, stark verdünntes Abwasser in die Gewässer ab. Pumpstationen heben das Abwasser, damit es Steigungen oder längere Transportdistanzen mit schwachem Gefälle überwinden kann. Dükerbauwerke ermöglichen die Unterquerung von tief eingeschnittenen Hindernissen wie Eisenbahnlinien, Wasserläufen, Geländemulden usw. Messstationen registrieren, wo und wann wieviel Abwasser anfällt. Die Messergebnisse dienen verschiedenen Zwecken: Steuerung der Wassermengen bei Regen, Optimierung kanalisationstechnischer Anlagen, Kostenberechnungen, Betriebskostenaufteilungen usw. Die Resultate werden teils vor Ort aufgezeichnet, teils zur ARA übermittelt.Kanalnetz muss unterhalten werden
Mitarbeiter der ARA Altenrhein reinigen und kontrollieren regelmässig das gesamte Entwässerungssystem im Verbandsgebiet, d.h. das Kanalnetz des AVA mit rund 80 km Länge und 110 Spezialbauwerken sowie die Kanalnetzeder Gemeinden mit 220 km Länge und 130 Spezialbauwerken. Dabei kommt ein Kanalreinigungslastwagen, ausgestattet mit Hochdruckspülung und Absaugeinrichtung, zum Einsatz. Allfällige Reparaturen erfolgen im Verbandsnetz durch die AVA-Mitarbeiter, in den Gemeindenetzen durch Angestellte der Bauämter gemäss Anweisung
des Verbandes. In der Regel werden im Abstand von drei Jahren sämtliche Schmutzwasserkanäle und innert sechs Jahren alle Meteorwasserkanäle mindestens einmal gespült und begutachtet.







